MEMENTO MEMORY: RAIMUND PLESCHBERGER, ULRIKE KÖNIGSHOFER, FREITAG 24. JUNI 2022, 19 UHR

Wodurch entsteht in einem banalen Stück Materie eine scheinbar immaterielle Bedeutung, eine Aura – wie es Walter Benjamin beschreibt? Welche Formen von Inszenierung bedarf es dafür? In welchen gesellschaftlichen Kontext sind diese eingebunden? Die Ausstellung stellt Fragen nach der Einzigartigkeit und Bedeutsamkeit von Objekten unserer institutionellen oder privaten Erinnerungskultur – seien es museale Kunstwerke, kirchliche Reliquien oder private Familienfotos. 

Wand- und Bodenpartikel, Verpackungsmaterialien, originale Luft – In der Umkehrung des Prinzips Sammlung-Sammlungsstück dienen Raimund Pleschberger physische Fragmente renommierter Kunstinstitutionen als Ausgangsmaterial für skulpturale Auseinandersetzungen mit dem Phänomen institutioneller Inszenierung und der Ikonographie des Auratischen.

Dem vermeintlich Privaten nähert sich Pleschberger fotografisch über den Reliquienschatz des Stephansdoms an: Es sind intime Artefakte wie die Windel Jesu oder Marias Unterrock, die in einem beinahe grotesken Kontrast zur mythologischen Aufladung des Bezugssystems stehen.

Die Diainstallation „Generation Kleinbild“ von Ulrike Königshofer zeigt Aufnahmen aus zwei verschiedenen Familienarchiven einander gegenübergestellt. In den Fotografien, über die sich letztlich unser Bild der Vergangenheit aufbaut, tritt durch die ausgewählte Zusammenstellung eine frappierende Ähnlichkeit hervor, wodurch letztlich die eigene Erinnerung in ihrer Einzigartigkeit ad absurdum geführt wird.

Ulrike Königshofer *1981 in Koglhof (A)
lebt und arbeitet in Wien
www.ulrikekoenigshofer.at

Raimund Pleschberger *1974 in Wien
lebt und arbeitet in Wien und im Weinviertel
www.raimundpleschberger.com

Eröffnung: Freitag 24. Juni, 19 – 22 Uhr
Öffnungszeiten: 25. und 26. Juni 12 Uhr – 19 Uhr oder auf Anfrage
Ausstellung bis 3. Juli

Im Rahmen des Independent Space Index Festivals
www.independentspaceindex.at